Laufschuhe

Joggingschuhe 

Laufschuhe

Laufschuhe: Die wichtigsten Faktoren für den Kauf von Laufschuhen. Alles zum Thema Test, Pronation, Fußstellung, Fußform, Laufstil, Bewegungsanalyse, Laufschuhe für Anfänger / Übergewicht und orthopädische Einlagen.

Laufschuhe Kaufen

Laufschuhe kaufenKein anderer Joggingartikel ist so sehr am Erfolg oder Misserfolg des Lauftrainings und an der Erhaltung der Gesundheit beteiligt wie der Joggingschuh. Keinem anderen Sportartikel wird so viel Aufmerksamkeit in der Forschung und Entwicklung zuteil. Gerade Jogginganfänger können sich, wenn sie das erste Mal im Fachgeschäft stehen, von der Angebotsvielfalt überwältigt fühlen. Man könnte denken, gerade bei einem solch großen Angebot müsste sich der ideale Schuh leicht finden lassen. Das ist jedoch nicht ganz so einfach. Eine bedachte Auswahl erfordert Zeit und eine gute Beratung. In erster Linie kommt es darauf an, dass die Joggingschuhe zu den individuellen Anforderungen des Läufers passen. Die Angebotsvielfalt erklärt sich jedoch nicht nur aus der Vielfalt der Ansprüche. Weil der Markt für Joggingschuhe mittlerweile sehr groß ist, sind Forschung und Entwicklung sehr lukrativ. Jedes Jahr kommen daher neue Laufschuhe mit weiterentwickelten Technologien auf den Markt. Nicht selten steckt hinter der Lancierung neuer Produkte jedoch auch eine Marketingstrategie der Hersteller. Ein “alter“ Schuh wird zwar mit einer neuen Farbgebung, aber mit der gleichen oder nur minimal verbesserten Funktion ausgestattet und als neues Modell verkauft. Auslaufmodelle aus der Vorsaison sind mithin oft noch nicht veraltet, und nicht unbedingt die schlechtere Wahl. Sie werden auch deshalb günstiger angeboten, um neuen Platz in den Schuhregalen zu schaffen. Doch worauf kommt es eigentlich aus gesundheitlicher Sicht an und wie kann sich ein Läufer bei der großen Angebotsvielfalt zurechtfinden?

10 Tipps für den Laufschuhkauf

Als Zusammenfassung der folgenden Ausführung haben wir für Sie unsere 10 besten Tipps und Empfehlungen für den Kauf von Laufschuhen zusammengestellt:

  1. Kaufen Sie den Laufschuh nicht pauschal nach einem Laufschuhtest. Es ist eine individuelle Analyse notwendig!
  2. Damen benötigen speziell für den Fuß von Frauen entwickelte Laufschuhe und nicht nur im Aussehen angepasste Herrenmodelle.
  3. Lassen Sie vor jedem Laufschuhkauf eine neue Laufbandanalyse im versierten Fachhandel vornehmen. Ihre Füsse und ihr Laufstil ändern sich im Regel mit dem Grad des Trainings.
  4. Prüfen Sie in regelmäßigen Abständen den Abnutzungsgrad und Haltbarkeit der Laufschuhe (Daumenregel 600-1000 km, stärkere Abnutzung innen, außen, vorne oder hinten?, für Anfänger: nach 3-4 Monaten i.d.R. erneute Prüfung notwendig). Bringen Sie zum Laufschuhkauf Ihr altes Paar Laufschuhe mit. Der vorliegende Abrieb kann viel über Laufstil und Fehlstellungen aussagen.
  5. Wenn Sie sich es leisten können, dann kaufen Sie besser 2 oder 3 Paar verschiedene Laufschuhe und gönnen sich dadurch wechselnde Trainingsreize.
  6. Analysieren Sie zuerst den richtigen Laufstil für Sie und wählen dann erst den Laufschuh aus.
  7. „Viel Dämpfung und viel Stabilität hilft viel“ stimmt in der Regel nicht und kann sogar schädlich sein. Der Grad der Dämpfung und der Stabilität sollte von verschiedenen Faktoren abhängen. Als Daumenregel gilt eher: So wenig Dämpfung wie notwendig und so viel Flexibilität wie es der Trainingszustand des Fußes zuläßt.
  8. Analysieren Sie Ihre Fußform. Viele Menschen haben einen Senk-Spreizfuß, bzw. Plattfuß, manche auch einen Hohlfuß. Wir raten jedoch nicht gleich pauschal zu einer Korrektur durch Schuhe oder Einlagen. Prüfen Sie die Ursache und wählen Sie erst dann die jeweilige Laufschuh-Kategorie.
  9. Analysieren Sie, ob eine Fehlstellung am Fuß oder im Körper vorliegt. Körperfehlstellungen können Fehlstellungen an den Füßen bewirken und andersherum. Kompensationen des Körpers können Probleme nach sich ziehen.
  10. Anfänger, Untrainierte, schwere Läufer und Läufer mit Übergewicht bedürfen einer besonders intensiven Beachtung der o.g. Punkte.

Laufschuhe Test?

Laufschuhe KategorienEine der meistgesuchten Quellen, um sich vor einem Kauf von Joggingschuhen zu informieren, sind Laufschuhtests. Im Markt gibt es regelmäßige Tests, auch online und teils kostenlos, die die aktuellen Modelle nach Kriterien wie vor allem Komfort, Dämpfung, Flexibilität, Stabilität, Lightweight und Dynamik bewerten. Sicherlich sind solche Tests eine gute Informationsquelle und geben vor allem einen guten Überblick zur riesigen Angebotsvielfalt im Markt (Marke, Preis, Farbe, Design) und welche Schuhe für welchen Läufertyp konzipiert sind (Gewicht, Abrollverhalten, Unterpronierer, Supinierer, Neutralfußläufer, Pronationsstütze, Torsionsfähigkeit, Dämpfung, Leisten, Laufuntergrund). Wir vertreten jedoch die Ansicht, dass die Aussagekraft solcher Tests in Bezug auf die Eignungsbeurteilung für einen Läufer nur sehr eingeschränkt von Nutzen ist. Wir meinen: Es gibt kaum einen Bereich im Sport, der so individuell ist und bei dem generelle Tests weniger Bedeutung besitzen, als im Bereich von Laufschuhen. Eine hohe Testbewertung muss aus unserer Sicht überhaupt nicht bedeuten, dass der Schuh für Sie auch die beste Eignung und Bewertung besitzt. Das Gegenteil kann der Fall sein. Deshalb raten wir sehr davon ab, rein auf Basis von Tests, einen Laufschuh zu kaufen. Welcher Laufschuh zu wem passt ist aus unserer Sicht eine sehr komplexe und individuelle Angelegenheit und bedarf zweierlei Dinge:

1. Genaue Kenntnis über die wichtigsten Anforderungen an einen Laufschuh und seine persönliche Einordnung und Einschätzung zu diesen Punkten.

2. Fachliche Beratung und Analyse durch einen Fachmann bzw. durch den spezialisierten Fachhandel, der diese Faktoren mit einem vor Ort durchspricht, erläutert und überprüft. Idealerweise wird auch eine Laufschuhanalyse mit Kamera durchgeführt.

Aus diesem Grund haben wir für Sie im Folgenden die wichtigsten Faktoren aufgeführt und detailliert beschrieben. Jeder gute Fachhändler sollte in der Lage sein, Sie hierzu eingehend zu beraten.

Anforderungen an Laufschuhe

Der Laufsport stellt im Vergleich zu anderen Sportarten aus unserer Sicht ganz spezielle und besonders hohe Anforderungen an die eingesetzten Sportartikel. Auch wenn der Laufsport vergleichsweise unkompliziert ist, treten dabei große Belastungen für den Bewegungsapparat auf. Die dabei wirkenden Stoßbelastungen werden – besonders auf hartem Untergrund – abhängig von bestimmten Faktoren mehr oder weniger in die Gelenke, Knie und Wirbelsäule übertragen. Das führt wegen fehlender Vorbereitung und Unkenntnis oder Mißachtung bestimmter Regeln und Hinweise häufig zu akuten Schmerzen und Entzündungen oder, im schlimmsten Fall, zu größeren oder chronischen Verletzungen. Die primäre Aufgabe von Joggingschuhen besteht darin, den Bewegungsapparat beim Laufen zu schützen und zu unterstützen und die großen Aufprallkräfte, insbesondere auf die Wirbelsäule, Gelenke, Sehnen und Bänder einwirkenden, richtig zu lenken und abzufedern. Dies kann auf weichem Untergrund und bei trainierten Läufern aber auch schon alleine durch die Möglichkeit des natürlichen flexiblen Abrollens gegeben sein. In nicht seltenen Fällen müssen Joggingschuhe auch Fehlbelastungen ausgleichen, die durch Fehlstellungen der Füße oder Gelenke auftreten.

Die Absicht, Verletzungsrisiken durch die Entwicklung neuer Technologien dauerhaft zu minimieren, war dabei nicht immer von Erfolg gekrönt. Immer wieder vermarkten die Schuhhersteller neue Erkenntnisse und Innovationen, die dem Läufer gut tun sollen. Pronationsstützen und Dämpfungen sowie andere technische Errungenschaften wurden unserer Meinung nach übertrieben häufig und zu intensiv eingesetzt. Durch ihren Einsatz verlagerten sich die Beschwerdebilder oftmals nur an andere Stellen des Körpers. Biomechaniker erkannten die langfristigen Folgen von zu starker Dämpfung und Orthopäden behandelten sie. Mittlerweile sind deren Erkenntnisse in die Laufschuhentwicklung eingeflossen Joggingschuhe wurden wieder leichter, minimaler und das Barfußlaufen erfuhr eine Renaissance. Uns scheint, es wurde erkannt, dass Laufschuhe nicht nur die Statik des Bewegungsapparates besonders stark beeinflussen, sondern auch ein natürliches Laufverhalten erschweren können.

Bewegungsanalyse bei jedem Laufschuhkauf

BewegungsanalyseEs gibt zwei Arten der Bewegungsanalyse, die sich in dem Grund und der Qualität, bzw. der Dauer der Analyse unterscheiden und aus einer Reihe von verschiedenster Testverfahren bestehen. Zur gängigsten Form gehört die Laufbandanalyse. Die medizinische Bewegungsanalyse soll die vielfältigen Ursachen von Schmerzen offenbaren und wertvolle Lauftipps geben. Die Bewegungsanalyse beim Laufschukauf dient zur Erfassung und zum Vergleich wichtiger biometrischer Daten als Empfehlung für den Kauf Laufschuhen. Wir empfehlen sehr, einen spezialisierten Fachhänder vor JEDEM Laufschuhkauf aufzusuchen und eine aktuelle Laufbandanalyse anstellen zu lassen. Dies ist wichtig, da sich die Füße, der Grad der Trainiertheit, der Zustand und die Stellung des Körpers im Zeitablauf in der Regel immer wieder verändert. Informationen darüber, welche Aussagen mit Hilfe der Bewegungsanalyse getroffen werden, und für wen sie empfehlenswert ist, erhalten Läufer im Artikel Bewegungsanalyse.

Laufschuhe für Damen

Beim Kauf eines Laufschuhes für Damen ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Naturgemäß unterscheiden sich Herrenfüße von Damenfüße in mehrfacher Hinsicht relativ stark.  Diesem Umstand tragen jedoch zahlreiche Laufschuhmodelle nicht Rechnung, sondern sind lediglich in Design und Aussehen abgewandelte Herrenmodelle. Es gilt herauszufinden, welche Modelle speziell für die Anforderungen eines Frauenfusses entwickelt wurden und welche nicht. Bitte achten Sie unbedingt auf diesen wichtigen Unterschied. Die wesentlichen Unterschiede im Hinblick auf Fuß und Körperform zwischen Frau und Mann sind:

  1. Anderes Breite- und Volumenverhältnis zwischen Ferse und Vorderfuß. Das führt oft dazu, dass Frauen Schuhe aussuchen, die einen guten Halt an der Ferse geben, aber dann vorne nicht richtig passen, wenn sie der Männerform entsprechen.
  2. Relativ breitere Hüfte von Frauen, ein anderer Beinwinkel, häufiger X-Beine als Männer (stärkere Pronation).
  3. Veränderungen in der Spannkraft des Fußes mit zyklischem Hormonhaushalt.

Beim Kauf eines Laufschuhes sollten Damen diese spezifischen Anforderungen beachten. Weitere Details finden Sie im Beitrag Damen-Laufschuhe.

Erst den Laufstil, dann die Laufschuhkategorie wählen

Beim Laufen wird vereinfachend zwischen drei verschiedenen Laufstilen unterschieden: dem Vorfußlauf, dem Mittelfußlauf und dem Fersenfußlauf. Den eigenen Laufstil zu kennen, ist beim Schuhkauf sehr wichtig, da jeder Laufstil den Bewegungsapparat unterschiedlich beansprucht. Es stellt sich aber zunächst die Frage: Haben Sie bereits ihren passenden Laufstil gefunden und üben Sie eine sauberen Laufstil? Kennen Sie die jeweiligen Unterschiede, Vor- und Nachteile? Erst nach Beantwortung dieser Frage sollte man sich der Wahl des Laufschuhes zuwenden. Jeder Laufstil bringt seine eigenen Anforderungen an die Joggingschuhe und die in ihnen eingesetzten Technologien mit sich.

Laufschuhe für Barfußlaufen

Mittlerweile vertreten viele Experten die Ansicht, dass Barfußlaufen bei weichem Untergrund und bei gesunden und nicht übergewichtigen Menschen, die gesündeste und natürlichste Form des Laufens ist. Dieser Meinung schließen wir uns an. Das Barfußlaufen trainiert die Fußmuskeln besonders stark und bietet dem Körper an, den Bewegungsablauf am natürlichsten zu vollziehen. Für wen dies geeignet ist, wie man sich zum Barfuss-Laufen entwickeln kann und was dabei zu beachten ist, finden Sie im Artikel Barfußlaufen.

Barfussschuhe

Kategorien von Laufschuhen

Grundsätzlich wird je nach Einsatzgebiet und Läufertyp zwischen folgenden Laufschuhkategorien unterschieden:

  1. Dämpfungsschuhe / Cushionschuhe
  2. Stabilschuhe / Stabilitätsschuhe
  3. Bewegungskontrollschuhe / Motion Control Schuhe
  4. Trailschuhe
  5. Neutralschuhe
  6. Barfußschuhe
  7. Lightweight Trainer / Leichtgewichtsschuhe
  8. Wettkampfschuhe

Aufbau von Laufschuhen

Moderne Laufschuhe bestehen im wesentlichen aus den Grundelementen Obermaterial, Fersenkappe, Dämpfungselemente, Zwischensohle, Aussensohle, Pronationsstütze und Mittelfußbrücke. Dabei werden unterschiedliche und teilweise sehr fortschrittliche Materialien eingesetzt. Der Aufbau und die Materialwahl bestimmen die Qualität des Schuhs.

Dämpfung des Laufschuhes

Die Dämpfung im Laufschuh hat die Aufgabe, den Aufprallstoß auf Gelenke, Knie und Wirbelsäule abzufedern und das Laufen auf hartem Untergrund erträglicher zu machen. Gilt nun also: Je größer die Dämpfung, desto besser der Laufschuh? Absolut nein. Zu starke Dämpfungssysteme können sich negativ auf den Bewegungsapparat auswirken. Die Dämpfung sollte bewusst im Hinblick auf das eigene Gewicht (Übergewicht?), Laufstil und Laufuntergrund (Asphalt?) ausgewählt werden. Grundlegende Informationen zu diesem Thema und für wen wie viel Dämpfung empfehlenswert ist, werden im Beitrag Laufschuhe Dämpfung dargestellt. Neben der Dämpfung ist dabei auch auf die Sprengung des Laufschuhes zu achten. Diese sollte ebenfalls möglichst (soweit sinnvoll) gering ausfallen.

Stabilität der Laufschuhe

Stabilität in Joggingschuhen wird durch Obermaterial, Stützelemente und Zwischensohle erreicht. Sie ist eine wichtige Eigenschaft von Joggingschuhen und gewährleistet eine optimale Fußführung. Aber auch hier gilt nicht pauschal: Viel hilft viel. Es gilt eher der Grundsatz: Nur so viel Stabilität, wie erforderlich. Je trainierter der Fuß ist, desto geringer sollte unserer Ansicht nach die Stabilität ausgewählt werden. Auf die Wichtigkeit der Stabilität in Joggingschuhen, ihre Vor- und Nachteile wird im Artikel Laufschuhe Stabilität eingegangen. Nicht zu vergessen ist auch das richtige Schnüren der Schuhe – sie sollte weder zu locker, noch zu eng sitzen und sich auch nicht nach längerer Strecke lösen.

Zweites oder drittes Paar Laufschuhe

Um dem Körper und besonders den Füßen unterschiedliche Trainingsreize zu geben, empfehlen wir Läufern, die es sich leisten können, zu zwei oder besser drei verschiedenen Laufschuhen. Abwechselnd eingesetzt, bewirkt dies, dass der Fuß und der Körper in einem breiterem Spektrum an Trainingsreizen und damit gesünder und effektiver trainiert wird. Dies wirkt sich positiv auf das Leistungsverhalten, aber auch auf Knie, Hüften, Bänder, Sehnen und Gelenke aus. Für Anfänger und Läufer, die dabei sind schnell Gewicht zu verlieren, ist dies weniger zu empfehlen, da sich innerhalb weniger Monate der Körper in der Regel schnell verändert und dann meist der Kauf neuer Schuhe notwendig wird. Wir würden hier also empfehlen, die ersten 3-4 Monate regelmäßigen Trainings gemäß Trainingsplan mit einem Paar Schuhe abzuwarten und dann zu investieren.

Schuhe für den Winter

Trail New BalanceGrundsätzlich empfehlen sich für den Winter Joggingschuhe mit leicht anderen Eigenschaften als im Sommer: Sie sollten vor allem Nässe- und Kälteschutz bei gleichzeitiger Atmungsaktivität bieten und eine Sohle mit mehr Grip und Dämpfung besitzen. Mehr Details lesen Sie im Beitrag Tipps für Laufschuhe im Winter.

Pronation und Pronationsstütze

Unter Pronation (Einwärtsdrehung) wird die Drehung des Fußes um seine Längsachse verstanden. Der innere Fußrand ist dabei abgesenkt und der äußere Fußrand angehoben. Es handelt sich um eine Dämpfungsmechanik des Fußes, die je nach Grad der Trainiertheit des Fußes zu stark (Regelfall Überpronation: zu wenig trainiert, Anfänger, Übergewicht, Fehlstellung, Ermüdung), oder seltener zu wenig ausgeprägt sein kann (Supination: z.B. Hohlfuß).

Die Pronationsstütze soll im Laufschuh eine solche Über- oder Unterpronation ausgleichen. Es ist besonders wichtig, den individuellen Grad und vor allem die Ursache der Pronation des eigenen Fußes zu bestimmen. Entsprechend sollte die passende Pronationsstütze und deren Grad ausgewählt werden. Wichtig ist auch, dass sich die Pronation in der Regel bei richtigem Training verbessert und der Laufschuh in adäquaten Abständen neu ausgewählt werden sollte. Dies betrifft vor allem Anfänger und Läufer, die einen besseren Trainingsstatus erreicht, und auch Übergewichtige, bzw. solche, die durch das Laufen stark an Gewicht verloren haben. ein wichtiges Zeichen, um eine falsche Pronationsstütze zu erkennen, ist die höhere Abnützung einer Laufschuhsohle im Innen- oder Außenbereich.

Fußform und Laufschuhe

FussformJeder Fuß kann einer von vier verschiedenen Fußtypen und Fehlstellungen zugeordnet werden: dem Normalfuß, dem Senkfuß bzw. Plattfuß oder dem Hohlfuß. Recht häufig treten Senkfüße auf, ohne dass die Betroffenen davon wissen. Grund hierfür sind insbesondere mangelnde Bewegung und ungeeignetes Schuhwerk. Für den Laufsport ist es besonders wichtig die eigene Fußform zu analysieren und herauszufinden. Gute Fachhändler für Laufschuhe können dies am Fußabdruck erkennen und natürlich kann dies auch vom Orthopäden geleistet werden. Wir raten davon aber sehr ab, pauschal die Unterstützung eines Plattfußes oder eines Hohlfusses durch einen dafür gekennzeichneten Laufschuh oder durch orthopädische Einlagen zu suchen. Dies kann im Einzelfall sinnvoll und notwendig sein, aber im Regelfall sind wir der Ansicht, durch ein Verständnis der Ursachen diese mit den richtigen Maßnahmen beheben oder zumindest lindern zu können. Die wichtigsten Kriterien werden im Folgenden beschrieben.

Körperhaltung, Fußstellung und Laufschuhe

Eine Fehlstellung der Füße bzw. des Sprunggelenks wirkt sich nicht nur problematisch für die Belastung der Füße selbst aus, sondern kann starke direkte Einflüsse auf Knie, Hüften, Schulter und Nacken und sogar indirekt auch auf Magen und Darm besitzen sowie zu Kopfschmerzen und Verspannungen führen. Die Füße registrieren über die Nervenzellen den Druck und die Fehlstellung und der Körper reagiert automatisch durch Veränderungen der Muskeln und damit auf die Statik. Dies kann sogar durch ein Lauftraining verstärkt werden. Manche Autoren schlagen vor, die Fehlstellungen durch Einlagen und / oder durch die Wahl bestimmter Laufschuhe immer zu korrigieren. Auch hier sind wir aber der Ansicht: Es sollte erst ein Verständnis für die Ursachen aufgedeckt werden, z.B. über einen versierten Lauftrainer, einen spezialisierten Fachhändler oder im Zweifel natürlich durch einen guten Orthopäden und vor allem, durch informiertes Nachfragen und Recherchieren durch Sie selbst. Das Aufsuchen eines Orthopäden oder Arztes ist insbesondere bei Verdacht auf gesundheitliche Probleme zu bevorzugen, siehe unten.

Als Ursachen einer falschen Fußform und einer Fehlstellung kommen aus unserer Erfahrung insbesondere folgende Punkte in dieser Reihenfolge in Betracht:

  1. Untrainiertheit des Körpers und des Fußes, mangelnde Bewegung
  2. Übergewicht
  3. Falsche Körperhaltung, z.B. falsches Sitzen am Arbeitsplatz, aber auch falscher Laufstil, falsche Laufschuhe, falsches Training!
  4. Generell Schonhaltung und Schmerzen (auch bei Verspannungen und Schmerzen im Nacken und Schulterbereich, Fußschmerzen)
  5. Beckenschiefstand
  6. Beinlängenunterschied
  7. Fehlstellungen und Probleme  im Bereich der Knie und Hüften (z.B. Arthrose, unausgebildete Muskulatur)
  8. Skoliose (seitliche Verbiegung der Wirbelsäule)
  9. Sonstige Fehlstellungen oder Probleme an der Wirbelsäule (Morbus Scheuermann, Morbus Bechterew, Kyphose)

Ist die Ursache der Fehlstellung bekannt raten wir dazu, diese behandeln zu lassen. Besonders hilfreich erachten wir hierbei erfahrene Osteopathen und auch Cranio-Sakral-Therapeuten. Bezüglich des richtigen Lauftrainings und des Laufstils empfehlen wir eine Beratungsstunde bei einem erfahrenen Lauftrainer zu nehmen. Bei Erkrankungen ist es natürlich geboten, einen passenden Arzt aufzusuchen.

Erst nach einer solchen Behandlung, Beratung und Analyse sollte ein Laufschuh gewählt werden. In den wenigsten Fällen glauben wir, dass eine Korrektur der Fehlstellung durch besondere Eigenschaften eines Laufschuhs angeraten ist. Je nach Schweregrad der Problematik sollte aber das Lauftraining bis zur Ursachenbeseitigung abgemildert oder ggf. ganz ausgesetzt werden.

Sport EinlagenOrthopädische Einlagen im Joggingschuh?

Orthopädische Einlagen sollen den Fuß unterstützen und ein beschwerdefreies Laufen ermöglichen. Sie sollen den Joggingschuh genau dort ergänzen, wo Fehlstellungen und Fehlbelastungen zu Schmerzen führen. Aber unsere Erfahrung ist: Nur für relativ wenige Ausnahmen sind Einlagen sinnvoll und förderlich. Ab wann und für wen Einlagen aus unserer Sicht notwendig und sinnvoll sind, erfahren Sie im Artikel über orthopädische Einlagen.

Laufschuhe für schwere Läufer oder Läufer mit Übergewicht

Schwere und übergewichtige Läufer benötigen besondere Joggingschuhe. Der Fuß (und damit auch der Jogginschuh) wird beim Laufen mit einem 3- bis 4-fachen des Körpergewichts belastet und die dadurch entstehenden Kräfte sind bei schweren / übergewichtigen Läufern extrem hoch. Der Fuß sollte beim Laufen je nach Grad des Übergewichts besonders gestützt und gedämpft werden. Welche Joggingschuhe für schwere und übergewichtige Läufer geeignet sind, haben wir im entsprechenden Artikel aufgeführt.

Gewicht der Laufschuhe

Entsprechend der oben genannten Anforderungen und Ausstattungen der Laufschuhe, ergibt sich je nach Kategorie eine teilweise deutliche Gewichtsklasse. Der Trend geht dabei zu immer noch leichteren Schuhen, und dies ist prinzipiell aus gesundheitlicher Sicht zu begrüßen. Aber bei der Auswahl sollte zuerst die oben aufgeführten Aspekte berücksichtigt werden.

Laufschuhe Anfänger / Einsteiger

Das oben Gesagte gilt besonders für Laufanfänger und Untrainierte. Wir empfehlen dringend, alle o.g. Punkte mit erfahrenen Experten zu besprechen und zu analysieren. Erst dann sollte der passende Schuh ausgewählt werden. Besondere Tipps für Anfänger bei Kauf von Laufschuhen finden Sie im Artikel Laufschuhe für Anfänger.




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