Laufschuhe Aufbau

Funktion und Struktur 

Laufschuhe Aufbau

Laufschuhe Aufbau, Struktur und Funktion: Moderne Laufschuhe bestehen aus speziellem Obermaterial, Aussen- und Zwischensohle, Dämpfungselementen, Pronationsstützen, Mittelfußbrücke und Fersenkappe.

Struktur und Funktion von Laufschuhen

Ein moderner Laufschuh wird aus verschiedenen Grundelementen gefertigt. Seine Herstellung ist relativ aufwändig. Das Obermaterial mit spezieller Fersenkappe wird in nacheinander erfolgenden Arbeitsschritten sorgfältig vernäht, anschließend über den Leisten gezogen und mit hohem Druck auf die Sohle geklebt. Diese ist unterteilt in Zwischensohle ggf. mit Pronationsstütze, Außensohle und Mittelfußbrücke. Dazwischen befinden sich mehr oder weniger ausgeprägte Dämpfungselemente. Erst das Zusammenspiel von Material und Verarbeitung gewährleistet sowohl Flexibilität als auch Stabilität. Außerdem ist gerade bei den großen Herstellern der Aufwand für die Qualitätssicherung, Forschung und Weiterentwicklung von Joggingschuhen erheblich. Die Qualität der Materialen und die Qualität der Fertigung wirken sich letztendlich auch auf die Haltbarkeit aus. Gute Joggingschuhe halten in der Regel bis zu 1000 km. Der Kauf in einem Fachgeschäft ist immer zu empfehlen. Dieser Artikel dient dabei als Orientierungshilfe und gibt grundlegende Informationen über den Aufbau und die Eigenschaften der verschiedenen Materialien.

Leisten

LeistenDer Leisten ist das Grundgerüst bei der Fertigung von Joggingschuhen und in seiner Form dem menschlichen Fuß nachempfunden. Die Schuhe werden praktisch um den Leisten herum gefertigt. Auch wenn es sich dabei nur um ein scheinbar einfaches Formstück aus Kunststoff oder Holz handelt, kommt dem Leisten ein besonderer Stellenwert zu. Die Leistenformen werden beständig weiterentwickelt. Der Leisten entscheidet mit seiner Länge, Breite und Höhe über die Passform der Joggingschuhe und sollte für Herren, Frauen und Kinder eine eigene Form besitzen. Durch ihre unterschiedlichen Krümmungen haben Leisten zusätzlich eine wichtige Funktion für das jeweilige Abrollverhalten beim Laufen. Aus diesem Grund gibt es Joggingschuhe die auf geradem, halb gebogenem und gebogenem Leisten gefertigt sind. Welche Aufgabe die einzelnen Leistenformen beim Laufen übernehmen, erfahren sie in unserem ausführlichen Artikel zum Thema Laufschuhe Leisten.

Obermaterial

Das Obermaterial, der Schaft, soll dem Fuß Halt bieten, ihn führen und schützen. Der Schaft besteht in der Regel aus synthetischem Material, das nicht nur atmungsaktiv und wasserabweisend, sondern auch dehnbar und reißfest ist. Dazu wird meistens strapazierfähiges Kunstleder (z.B. Verbund-Wildleder beim Nike Free), Nylon, Microfaser und Meshmaterialien bzw. Air-Mesh-Matrerialien (luftdurchlässig, atmungsaktiv) eingesetzt. Die Materialien und die Qualität der Fertigung tragen erheblich zum Tragekomfort der Laufschuhe bei. Der Bereich um die Zehenbox wird mit festerem Material umgeben und besonders verstärkt. Das ist nötig, um die Zehe beim Laufen zu schützen und ein Durchscheuern zu verhindern. Weitere Verstärkungen durch Polster sind an der Zunge angebracht, um ein Drücken der Schnürung zu verhindern. Am Knöchelkragen sollen Polster die Ferse am Herausschlüpfen hindern und vor Blasenbildung durch zu starke Reibung schützen. Auch im Bereich des Mittelfußes sind häufig Verstärkungselemente eingearbeitet. Diese sollen den Fuß trotz der dort wirkenden Kräfte in seiner Führung stabil halten. Eingearbeitete Reflektoren sind für diejenigen Läufer sehr sinnvoll, die öfter im Dunkeln laufen.

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Fersenschale

Die Fersenschale bzw. Fersenkappe trägt erheblich zur Ausgestaltung der Passform und Fußführung bei. Mit stabileren Materialien wie Nylon oder PVC umschließt sie die Ferse und sorgt für den richtigen Halt. In qualitativ minderwertigeren Joggingschuhen wird hier häufig auf hochwertiges Material verzichtet. Bei bestimmten Modellen, die große Stabilität bieten müssen, sind zusätzliche Fersenschalen an der Außenseite der Schuhe angebracht. Das ist zum Beispiel bei sogenannten Stabilschuhen der Fall. Die Fersenschale ist also besonders für Läufer wichtig, die größere Stabilität benötigen.

Zwischensohle

Die Zwischensohle wird auch als Herz eines Laufschuhs bezeichnet. Sie dient dem Fuß als Auflagefläche und trägt erheblich zum Abrollverhalten bei. Die Zwischensohle besteht häufig aus dem Schaummaterial Ethylen-Vinyl-Acetat (EVA), in das kleinste Luftbläschen eingeschlossen sind. Sie selbst bietet dadurch bereits ein gewisses Maß an Dämpfung. EVA zeichnet sich besonders durch sein geringes Gewicht und seine Flexibilität aus. Nur noch selten, und überwiegend für schwere Läufer, werden stabile und unflexiblere Zwischensohlen aus Polyurethan (PU) gefertigt. Das neuere Material EVA hat zusätzlich den Vorteil, dass es sich in unterschiedliche Dichten aufschäumen lässt, wodurch verschiedene Härtegrade erzielt werden können. Auf diese Weise werden sogenannte Pronationsstützen in die Zwischensohle eingearbeitet. Unter der Zwischensohle – im Mittelfußbereich – werden auch sogenannte Torsionselemente verbaut, die die natürliche Verdrehungsfähigkeit des Fusses (Torsion) auf unebenem Gelände erhalten.

Pronationsstütze

PronationsstuetzeSie haben die Aufgabe, in der Abrollbewegung ein zu starkes Einknicken des Fußes nach innen zu verhindern. Zu diesem Zweck werden sie unter dem Sprunggelenk auf der Innenseite des Schuhs an der Zwischensohle angebracht. Nähere Informationen zur Pronationsstütze und welche Aufgabe sie für bestimmte Läufer zu erfüllen hat, finden sich in unserem Artikel Pronationsstütze.

Dämpfungssysteme

Dämpfungssysteme sind zum Beispiel in Form von Luftkissen, Gaskissen oder Gelkissen in die Zwischensohle vor allem im Vor- und Rückfußbereich eingearbeitet. Solche Elemente dienen hauptsächlich der Vorfuß- und der Fersendämpfung und sind entweder miteinander verbunden oder werden getrennt als einzelne Kissen eingearbeitet. Die Aufgabe dieser Dämpfungssysteme ist es, den Aufprallstoß auf hartem Untergrund erträglicher zu machen und damit einhergehende Verletzungen zu minimieren. Weitere Informationen zur Dämpfung in Laufschuhen und mit welchen Nachteilen sie verbunden ist, finden sie in den Artikeln Dämpfung, Dämpfung Pro und Kontra und Dämpfungsschuhe.

Außensohle

Die Sohle hat die Aufgabe, den Läufer vor Verletzungen durch Steine, Splitter oder Scherben zu schützen. Ein besonders auffälliges Merkmal ist dabei ihr Profil. Es muss griffig und zugleich robust sein. Dabei kommen unterschiedliche Profile mit verschiedener Sprengung zum Einsatz, die für verschiedene Untergründe geeignet sind. Während ein geländetaugliches Profil besonders griffig ist, unterstützen Profile für harte Untergründe die Dämpfungseigenschaften der Laufschuhe zusätzlich. Die Außensohle besteht aus Hartgummi und Karbongummi. Die Aufsetzbereiche des Schuhs (besonders jener an der Ferse) sind dabei durch Karbongummi verstärkt, das gut an seiner schwarzen Farbe zu erkennen ist. Karbongummi ist besonders abriebfest und daher äußerst langlebig. Außerdem behält es auch bei kalten Temperaturen seine Eigenschaften. Nachteilig ist lediglich das höhere Gewicht des Materials. Je nach Verwendungszweck der Joggingschuhe kann die komplette Sohle aus Karbongummi bestehen. In die Außensohle eingearbeitet sind sogenannte „Flexkerben“. Sie erhöhen besonders im Vorfußbereich die Flexibilität und ermöglichen das Biegen der Sohle an den entsprechenden Stellen.

Einlegesohlen

EinlegesohleEinlegesohlen sollen die Passform von Laufschuhen verbessern und einen verbesserten Kontakt zwischen Fuß und Zwischensohle herstellen. Spezielle Einlegesohlen übernehmen dabei besondere Funktionen und passen sich der Kontur des Fußes an. Manche sind dabei auch mit Pelotten (ballenförmige Stützelemente) ausgestattet. Nicht alle Joggingschuhe sind mit Einlegesohlen versehen. Gerade bei den leichteren Modellen wird darauf meist verzichtet. Werden Einlegesohlen nachträglich in die Schuhe eingefügt, sollten sie in der Länge, Breite und Krümmung genau in die Schuhe hineinpassen. Einlegesohlen erfüllen aber nicht dieselben Aufgaben wie orthopädische Einlagen. Letztere dienen einem besonderen medizinischen Zweck und sollen helfen Fehlstellungen der Gelenke und Zehen ausgleichen.




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