Laufschuhe Kategorien

Arten Joggingschuhe 

Laufschuhe Kategorien

Laufschuhe Kategorien: Die verschiedenen Kategorien an Laufschuhen erläutert und hinterfragt. Vom Dämpfungs-/Neutral-, Stabil-, Bewegungskontroll-, Trail- und Barfußschuh bis hin zur Kategorie der Wettkampfschuhe.

Welche Laufschuhe für welchen Läufer?

Das wichtigste Utensil zum Joggen sind die Laufschuhe. Beim Kauf sollte eine sehr genaue Analyse zu den wichtigsten Kriterien und Anforderungen eines Läufers angestellt werden. Welcher Joggingschuh für einen bestimmten Läufer am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Zunächst sollte man sich über die verschiedenen Kategorien von Laufschuhen informieren:

Arten von Laufschuhen

Laufschuhe werden grundsätzlich in Herrenschuhe und Damenschuhe sowie jeweils aufgrund der an sie gestellten Anforderungen und des Einsatzgebietes in der Regel in folgende Kategorien eingeteilt.

Kategorie Laufschuhe

Gewicht

Dämpfung

Stabilität/ Stütze

Lauf-
tempo

Lauf-
training

Lauf-
untergrund

Läufertyp

Bewegungs-
kontrollschuhe
/

Motion Control Schuhe

350-450g

Mittel bis hoch

stark

Niedrig bis mittel

Ruhige lange Dauerläufe

Mittel bis hart

Feste Pronationsstütze im Laufschuh, beeinflussen den Bewegungsablauf beim Abrollen deutlich, für Läufer mit starker Überpronation gedacht

Stabilschuhe / Stabilitätsschuhe

300-400g

mittel

mittel

Niedrig bis mittel

Ruhige lange Dauerläufe

Mittel bis hart

Pronationsstütze am Innenrand des Laufschuhs, für Läufer mit schwacher bis mittelstarker Überpronation gedac

Dämpfungsschuhe /
Cushionschuhe

300-400g

Mittel bis sehr hoch

keine

Niedrig bis mittel

Ruhige lange Dauerläufe

Mittel bis hart

Sehr gut gedämpft, vor allem im Fersenbereich, ohne Pronationskontrolle, für schwere untrainierte Läufer, für Läufer mit Übergewicht, für Läufe auf hartem Untergrund

Neutralschuhe

250-350g

mittel

keine

Niedrig bis mittel

Ruhige lange Dauerläufe

Mittel bis hart

geringe Dämpfung, keine Pronationsstützen, ermöglichen relativ natürliches Abrollverhalten, für trainiertere Läufer, keinen harten Untergrund und keine Fehlstellungen

Lightweight Trainer /
Leichtgewichtsschuhe

250-350g

mittel

Keine bis niedrig

Niedrig/ mittel/ hoch

Ruhige bis schnelle kurze Dauerläufe/ Intervallläufe

Mittel/ Hart

Sehr geringes Gewicht (<310 Gramm), idR geringe Dämpfung und keine Pronationskontrolle, für Tempo- und Wettkampfläufe, für trainierte Läufer

Barfußschuhe

100-300g

keine

keine

Mittel bis hoch

Techniktraining/ Intervallläufe

Weich/ Mittel/ Hart

Keine Pronationsstütze, keine Dämpfung, größte Flexibilität, natürlichstes Abrollverhalten, für fortgeschrittene / sehr trainierte Läufer (ohne Übergewicht) auf eher weichem Untergrund und keine Fehlstellungen

Trailschuhe

250-450g

Gering-mittel

Gering-keine

Niedrig

Ruhige lange Dauerläufe

Weich

Hohe Stabilität und Grip, geringe Dämpfung, für das Laufen abseits von Straßen, in der unebenen Natur

Wettkampfschuhe

150-250g

niedrig

Keine bis niedrig

Mittel bis hoch

Ruhige bis schnelle kurze Dauerläufe/ Intervallläufe

Weich/ Mittel/ Hart

Niedrigstes Gewicht (<250 Gramm) Hochgeschwindigkeitseinsatz, keine Pronationsstütze und Dämpfung, sehr trainierte Läufer

Die verschiedenen Kategorien gehen im wesentlichen auf die nachfolgenden Themen ein. Bevor man aber eine solche Kategorie beim Laufschuhkauf für sich entscheidet, sollte man die genauen Hintergründe kennen und beurteilen können, ob die Anwendung für einen selbst wirklich sinnvoll ist. Einen schnellen Überblick bieten auch die 10 wichtigsten Tipps beim Laufschuhkauf.

Laufschuhe passend zum Laufstil und Lauftechnik

Die Stütz- und Dämpfungselemente des Laufschuhs beeinflussen den Laufstil und die Lauftechnik und sollten darum bestmöglich auf sie abgestimmt sein. Eine besondere Rolle spielt dabei die Fersendämpfung. Aber auch die Leistenform trägt dazu bei, da sie sich auf das Abrollverhalten auswirkt.

Laufschuhe für jede Bodenbeschaffenheit

Verschiedene Untergründe wie Asphalt und Beton, das Gewicht bzw. etwaiges Übergewicht des Läufers und der Grad an Trainiertheit bzw. Muskelausbildung im Stützbereich erfordern ein unterschiedliches Maß an Dämpfung. Für Läufer die auf unterschiedlichen Untergründen laufen, macht die Anschaffung verschiedener Laufschuhe Sinn. Empfehlenswert ist es ohnehin, abwechselnd in verschiedenen Schuhen zu laufen. Die Fußmuskulatur erhält dadurch mehr Reize und wird besser trainiert.

Laufschuhe für jeden Fußtyp

Vielen Menschen besitzen einen sogenannten Senkfuß bzw. Plattfuß. Die strifft insbesondere auf untrainierte und übergewichtige Menschen zu, kann aber zahlreiche Ursachen haben. Manche Menschen verfügen über einen Hohlfuß und schon fast mittlerweile eine Minderheit besitzt einen Normalfuß. Für die unterschiedlichen Typen werden entsprechende Unterstützungsschuhe angeboten. Wir raten jedoch zur Vorsicht, insbesondere bei Senkfuß, gleich zu einem entsprechenden Stabilschuh oder gar Bewegungskontrollschuh oder Einlagen zu greifen. Nicht selten gelingt es durch ein Training, in relativ kurzer Zeit (ein paar Monate), einen untrainierten Fuß in einen ganz anderen Zustand zu versetzen und eine gesonderte Unterstützung überflüssig zu machen. Wichtig ist es daher, die genaue Ursache abzuklären und dieser entgegenzuwirken. Dabei kann die Verwendung eines solchen Schuhtyps geradezu hinderlich sein.

Schuhe, Fehlstellungen und orthopädische Beschwerden

Ein noch fast wichtigeres und komplexeres Feld als die Fußform ergibt sich aus der Fußstellung und Fehlstellungen des Körpers. Diese bedingen und beeinflußen sich gegenseitig. Fehlstellungen im Fuß können sich auf Gelenke, Knie, Hüfte, Wirbelsäule und Rücken-, Nacken- und Schultermuskulatur auswirken. Umgekehrt können verschiedene Fehlstellungen im Körper (z.B. Beckenschiefstand, unterschiedliche Beinlängen) eine Fehlstellung in den Füssen ergeben. Umso mehr gilt auch hier: Vor der Wahl des Joggingschuhs sollten erst alle Fehlstellungen und ihre Ursachen abgeklärt werden. Und bevor man dann eine entsprechend Schuhkategorie zur Unterstützung des Problems anwendet, sollte lieber das Lauftraining reduziert oder ausgesetzt werden und die Ursache behandelt und beseitigt werden. Nur wenn dies nicht sinnvoll ist oder nicht gelingt, ist eine entsprechende Laufschuh-Unterstützung anzuraten.

Grundsätzlich gilt:  Bei Erkrankungen und gesundheitlichen Problemem sollte die Wahl des Joggingschuhs und das Training unbedingt mit einem Orthopäden, Sportmediziner oder passenden Arzt abgestimmt werden.

Verschiedene Schuhe je nach Gewicht des Läufers

Das Gewicht des Läufers spielt eine Rolle, da die Zwischensohlen in Laufschuhen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Gleiches trifft auf Dämpfungs- und Stützelemente zu. Während ein schwerer Läufer eine leichte Zwischensohle möglicherweise zu stark komprimiert, könnte ein leichter Läufer eine zu starke Zwischensohle nur mit Mühe biegen. Beides wirkt sich auf den Laufstil und auf den Bewegungsapparat aus. Wir raten zur Daumenregel: So wenig Dämpfung wie notwendig und so viel Flexibilität wie es Ihr Trainingszustand sinnvoll zulässt. Vorsicht sollten übergewichtige Läufer walten lassen. Hier würden wir eher zu etwas höherer Dämpfung als zu einer niedrigen Dämpfung raten, da sich bestimmte Trainingsspitzen oder ein harter Untergrund auch für kurze Zeiten sehr negativ auswirken können.

Laufschuhe und Trainingsdauer und -häufigkeit

Leider meistens wahr: In der Regel sind nur teure Laufschuhe für lange Trainingseinheiten und höhere Belastungen konzipiert. Für Läufer mit einem leichten Trainingspensum und eher kurzen Laufeinheiten sind auch Schuhe aus dem mittleren Preissegment ausreichend. Für Übergewichtige Läufer raten wir hingegen zu den besten Dämpfungsmechanismen, die der Markt zu bieten hat.

Um für sich selbst den am besten geeigneten Laufschuh herauszufinden, ist vor dem Kauf eine ausführliche Bewegungsanalyse und beim Kauf eine kompetente Beratung im Fachgeschäft wichtig.

Laufschuhe und Trainingszustand

Zu berücksichtigen ist auch der Trainingszustand des Läufers und für welche Läufe er trainiert. Ein kräftiger aktiver Bewegungsapparat (Muskulatur, Sehnen und Sehnenscheiden) machen einen Schuh mit starken Stütz- und Dämpfungseigenschaften weniger notwendig und erlauben Schuhe mit größerer Flexibilität.




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