Laufschuhe Sprengung

Sportschuhe 

Laufschuhe Sprengung

Sprengung in Laufschuhen bezeichnet eine erhöhte Ferse. Sie führt jedoch zu einigen Nachteilen und wirkt sich auch negativ auf den Laufstil aus.

Sprengung von Laufschuhen

Der Begriff „Sprengung“ bezeichnet bei Laufschuhen die Höhendifferenz zwischen Vorfuß und Ferse. Dabei handelt es sich um eine Erhöhung der Ferse um 10 Millimeter bis ca. 100 Millimeter gegenüber dem Vorfuß. Diese Erhöhung hängt ganz von der Art der Schuhe ab, und davon, ob es sich um Männerschuhe oder Frauenschuhe handelt. Heutzutage weisen fast alle Schuhe eine erhöhte Ferse auf. Auch die für Männer. Die heute übliche Fersenerhöhung entstand durch das vermehrte Tragen von Absätzen in der Alltagsmode zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Zuvor dienten Absätze einem ganz anderen, praktischen Zweck. Sie sollten den Reiter davor bewahren mit seinen Schuhen durch die Steigbügel zu rutschen. Mit der Mode veränderten sich auch die Absätze. Sie wurden immer höher, denn so wirken Absatzträger größer, ihre Beine länger und Gesäß sowie Oberkörper werden durch das nach vorne gekippte Becken betont. Diese Entwicklung hat leider gesundheitliche Beeinträchtigungen des Körpers zur Folge.

Problematiken durch eine erhöhte Sprengung

Durch das permanente Tragen von Absatzschuhen verkürzen sich Achillessehne, Wadenmuskeln und Streckerkette. Schon eine vermeintlich geringe Erhöhung um 10 – 20 Millimeter kann zur Folge haben, dass ein Laufen ohne Absätze (besonders barfuß) als unangenehm empfunden wird. Absatzträger sehen sich dadurch gezwungen, immer wieder Schuhe mit erhöhter Ferse zu kaufen. Ein übergangsloses Verzichten auf Absätze kann zu Achillessehnenentzündung und Überreizung der Fußsohlen führen. Durch das nach vorne gekippte Becken wird die Tendenz zum Hohlkreuz verstärkt, was Beschwerden im Lendenwirbelbereich zur Folge haben kann. Laut Untersuchungen werden durch eine geänderte Fußstellung die Knie stärker belastet, was einen erhöhten Verschleiß des Knorpels im Kniegelenk (Arthrose) mit sich bringen kann. Die Belastung des Fußes verlagert sich auf den Vorfuß, wodurch ein Spreizfuß entstehen kann. Ein Schiefstand der großen Zehe (Hallux valgus) ist eine weitere unschöne Erscheinung, die durch das Tragen von Absatzschuhen hervorgerufen werden kann.

Sprengung und Laufstil

Fersenfuß-LaufstilDie Sprengung finden wir nicht nur bei Alltagsschuhen, sondern auch beim Laufschuh. Eine höhere Sprengung wird dabei gezielt eingesetzt, um den Fuß und die verkürzten Wadenmuskeln vor Überbelastungen und Entzündungen zu schützen. Gerade Laufschuhe für Damen sind häufig durch eine erhöhte Sprengung gekennzeichnet. Darüber hinaus führt aber auch die starke Dämpfung von Laufschuhen, mit der ausgeprägten Dämpfung im Fersenbereich, zu einer  Fersenerhöhung. Die Sprengung, ob nun bewusst eingesetzt oder durch (zu) starke Fersendämpfung erzeugt, nimmt in jedem Fall Einfluss auf den Laufstil des Läufers. Der Läufer hat dadurch keine andere Möglichkeit, als zuerst mit der Ferse aufzusetzen und den Fersenfußlauf anzuwenden.

Läufer, die von einer verkürzten Wadenmuskulatur betroffen sind, können sich an ein Laufen ohne Absätze gewöhnen. Dabei sollten sie zuerst nur kürzere Strecken Barfußlaufen und regelmäßige Dehnungsübungen machen. Wichtig hierbei ist, dass Bänder, Sehnen und Muskeln nicht überlastet werden.

Welche Laufschuhe mit welcher Sprengung

Je geringer die Sprengung ausfällt, desto mehr ähnelt das Laufen dem Barfuß Laufen. In Wettkampfschuhen und Lightweight Trainern wird bewusst auf eine hohe Ferse verzichtet, um ein natürliches Laufen zu ermöglichen. Sie eignen sich daher besonders für Läufer, die nicht von den Auswirkungen von Absatzschuhen betroffen sind. Starke Fersendämpfungen, wie sie in Dämpfungsschuhen und Stabilschuhen enthalten sind, führen naturgemäß zu einer erhöhten Sprengung und damit zu einem unnatürlicheren Laufstil. Nähere Details werden in Laufschuhe Kategorien aufgeführt.




Schreib einen Kommentar