Laufschuhe und Supination

Unterpronation 

Laufschuhe und Supination

Bei Supination knickt das Sprunggelenk des Fußes nach außen. Dämpfungsschuhe senken das erhöhte Verletzungsrisiko bei Supination. Pronationsstützen sind zu vermeiden.

Supination im Fuß

Die Supination ist eine eher seltene Fehlstellung des Fußes, die bei der Auswahl der Laufschuhe beachtet werden muss. Anders als bei der häufigen Überpronation kommt es bei der Supination (= Unterpronation) zum Abknicken des Fußes nach außen. Der Fuß kommt beim Laufen auf der Fußaußenkante auf. Im Gegensatz zur natürlichen Pronation ist die Supination keine Dämpfungsbewegung. Läufer, deren Gangbild eine Supination aufweist, werden als Supinierer bezeichnet. Neigungen zur Supination im Fußgelenk können entweder durch Veranlagung ausgelöst, aber auch durch Verletzungen und Fehlstellungen, O-Beine oder durch einen Hohlfuß, erworben sein. 

Tipp: Betrachten Sie die Sohlen Ihrer getragenen Laufschuhe. Findet sich eine größere Abnutzung im Außenbereich, liegt eine Supination vor. 

Probleme durch eine Supination

Die Supination im Fußgelenk kann zu ernstzunehmenden Belastungen nicht nur an Sehnen und Bändern des gesamten Fußes führen. Das Verschleiß- und Verletzungsrisiko des kompletten unteren Bewegungsapparates kann aufgrund der verringerten natürlichen Stoßdämpfung ansteigen. Besonders Fuß-, Knie-, Hüftgelenk und Wirbelsäule sind den höheren Aufprallkräften, und somit einem höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt.  

Probleme die durch eine Supination verursacht werden können, sind:

  • Verstauchung des Sprunggelenks
  • Überdehnung der Sprunggelenksaußenbänder
  • Überlastungen des Schienbeins (Knochenhautentzündung, Belastungsbrüch, Schienbeinkantensyndrom)
  • Kniebeschwerden (Meniskus)
  • Rückenbeschwerden

Als klassische Beispiel einer Verletzung durch Supination, gilt das Supinationstrauma. Dieser extreme Fall der Überdehnung der Außenbänder, Sehnen und der Gelenkkapsel des Sprunggelenks, wird oftmals durch Unachtsamkeit während des Joggens auf unebenem Terrain, aber auch durch falsches Schuhwerk provoziert.

Laufschuhe bei Supination

Für Supinierer ist es relativ schwierig, ein geeignetes Paar Laufschuhe zu finden. Sie benötigen spezielle Schuhe mit stark gebogenen Leisten, die die Außenseite beim Laufen verstärken. Zusätzlich sollten diese aus verstärktem Material im Zehenbereich gefertigt sein. Supinierer sollten in der Regel Laufschuhe mit Dämpfung wählen, um die fehlende natürliche Dämpfung auszugleichen. Allerdings haben Dämpfungsschuhe den Nachteil, dass sie ein weniger natürliches Abrollverhalten sowie weniger Fußführung bieten und ein Umknicken begünstigen. In Fällen geringer Supination können auch Lightweight Trainer oder für Wettkämpfe  Wettkampfschuhe verwendet werden, da sie ebenfalls mit einem gebogenen Leisten gefertigt werden. Auf keinem Fall sollten Supinierer in Laufschuhen mit einer Pronationsstütze laufen (für die Überpronation gedacht).

 




11 Responses to “Laufschuhe und Supination”

  1. Sehr geehrter Herr Spanka,
    zuerst einmal möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich froh darüber bin, dass es Ihre Seite joggen.net gibt. Nirgendwo anders habe ich eine so gute Info zu Laufschuhen gefunden. Leider gehöre ich zu einer ausgesprochenen Minderheit, der auch Sie bisher nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben. Ich gehöre zur Kategorie „schwergewichtiger Unterpronierer“. Ich jogge regelmäßig seit 20 Jahren 2-3 mal die Woche jeweils ca. 10km. Mein „Kampfgewicht“ beträgt 100kg, ich bin wie gesagt starker Unterpronierer, laufe deswegen nur mit orthopädischen Einlagen und bin ein sogenannter Mittelfußläufer mit leichter Neigung zum Vorfußlauf, wenn es etwas schneller wird. Laufen tue ich ausschließlich im Stadion auf einer Tartanbahn, um meine Gelenke zu schonen. Bei den Laufschuhen hatte ich immer schon Probleme, etwas Adäquates zu finden. Nur muss ich feststellen, dass es vor 10 Jahren noch einfacher war, etwas Geeignetes zu finden. Mein Eindruck ist, dass die Hersteller meine Randgruppe kaum noch bedienen. Es geht bei den neuen Modellen entweder immer mehr in Richtung Neutralschuh (schlechte Dämpfung mit mittelfester Torsionssteifigkeit) oder in Richtung Lightweight Trainer (sehr leichte bewegliche Schuhe mit geringster Unterstützung). Reine Cushionschuhe mit ausreichender Unterstützung aber trotzdem noch genügender Flexibilität im Mittelfußbereich und ausreichender Haltbarkeit für meine Gewichtsklasse, wie ich sie brauche, gibt es leider immer seltener. Jetzt habe ich den Fehler gemacht, mir vor ein paar Wochen das Nachfolgemodell eines meiner alten Laufschuhe zu kaufen, ohne ihn zu testen. Das war ein großer Reinfall mit Knie- und Hüftgelenksschmerzen. Mit den Asics-Leuten habe ich mich schon auseinander gesetzt. Die beteuern, dass sie im Grundkonzept nichts geändert haben. Da liegen aber Welten zwischen meinem alten Fortitude 3 und dem neuen Fortitude 6. Ich besitze auch noch Schuhe von Brooks und Saucony. Das einfachste ist natürlich in einen guten Laufshop mit Laufbandanalyse zu gehen. Habe ich auch in der Vergangenheit immer gemacht. Leider haben selbst die großen Kaufhäuser eine immer geringere Markenauswahl, in der Regel meist nur 2 von den Großen. Mizuno ist da schon ein Noname-Anbieter. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, aber hätten Sie vielleicht für mich ein paar Empfehlungen? Über eine Rückantwort würde ich mich sehr freuen.
    Mit freundlichen Grüßen

    • Guten Tag

      vielen lieben Dank für die Komplimente, die Seite betreffend. Wie sie es schon selbst formuliert haben treffen bei Ihnen als „schwergewichtiger Unterpronierer (Supinierer)“ zwei Risikofaktoren zusammen. Um Ihnen ein paar Tipps geben zu können bräuchte ich noch ein paar zusätzliche Informationen von Ihnen.

      Sie laufen zwischen 20-30km in der Woche, richtig?
      Wie groß sind Sie, zwecks BMI? siehe auch http://www.joggen.net/laufschuhe/schwere-laeufer-uebergewicht/
      Wer hat erkannt welchen Laufstil Sie besitzen? Sie, Laufschuhberater etc?
      Laufen Sie eher zügig oder stets moderat?
      Wie ist Ihrer Meinung nach Ihre Schrittlänge?
      In welchen Situationen und wie of wechseln Sie Ihre Laufschuhe und welcher Laufschuhkategorie sind die anderen Paare zugehörig?
      Laufen Sie die 10km auf dem Platz immer entgegen dem Uhrzeigersinn.
      Machen Sie laufspezifische Kraftübungen und Technikübungen?

      Es tut mir Leid, dass ich Ihnen so viele Fragen stellen muss aber ich möchte Sie und Ihre Laufsituation erst einmal ausgiebig analysieren bevor ich entsprechende ganzheitliche Tipps geben kann.

      Mit freundlichen Grüßen

      Sven Spanka

    • Hallo Herr Spanka,

      vielen Dank für Ihre schnelle Rückantwort. Jetzt zu Ihren Fragen.

      Ich laufe so um die 20 km in der Woche, also 2 x eine Stunde, manchmal auch 3x die Woche. Ich bin 1,94m groß und 49 Jahre. Ich war vor 12 Jahren schon bei einer Laufbandanalyse bei einem Spezialisten. Außerdem lasse ich mir jedes Jahr neue Einlagen fertigen. Dabei wird mir vom orthopädischen Personal auch regelmäßig das absolute Unterpronieren bescheinigt. Ich habe einen Wadenumfang von 45cm. Mein Lauftempo beträgt 8-9 km/h. Meine Schrittlänge ist eher kurz so ca. 70cm. In der Regel besitze ich 2 Paar Laufschuhe. Zur Zeit habe ich einen Brooks Dyad 6 und noch ein Paar Saucony Triumph 8. Wechseln tue ich die Schuhe so alle paar Monate beim Laufen, ich laufe sie also nicht ständig im Wechsel. Im Stadion laufe ich immer entgegen dem Uhrzeigersinn. Jetzt mache ich seit ein paar Wochen noch fast täglich eine halbe Stunde am Abend bei mir zu Hause Skigymnastik, um fit zu werden für die Skisaison. Ich trainiere mit dem Indo-Board und meinem Flexi-Bar Schwingstab. Meine Gelenke sind meines Erachtens gut stabilisiert.

      Jetzt war ich letzten Freitag in einem Sportgeschäft und habe ein paar Schuhe mit meinen Einlagen ausprobiert. Von einem Laufschuh war ich absolut fasziniert, er hat gepasst wie eine zweite Haut und hat beim Laufen ein ungeahntes Gefühl von Schweben bei mir erzeugt, dass ich ihn nicht wieder ausziehen wollte. Es war der Brooks Pureflow 2. Das ist ein Natural Running Schuh. Nun habe ich mich etwas informiert. Mir ist klar, dass dieser Schuh vielleicht nicht unbedingt für meine Gewichtsklasse gebaut ist. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass der Schuh instabil wäre. Für mich ist eher eine hohe Flexibilität von Vorteil. Und mit einer kürzeren Lebensdauer des Schuhs von nur ca. 400-500 km könnte ich auch leben. Was halten Sie davon?

      Ich hoffe, Ihnen ausreichende Infos geliefert zu haben und verbleibe
      mit freundlichen Grüßen

    • Hallo

      Ich denke die von Ihnen gegebenen Antworten reichen aus, um Ihnen ein paar wichtige Tipps und Informationen zukommen zu lassen.

      Allgemein:

      Generell ist Ihre Laufleistung pro Woche, mit 20-30km, schon als orthopädisch anspruchsvoll zu sehen. Ab 25km pro Woche steigt die Gefahr sich zu verletzten signifikant, es sei denn sie schaffen sich im Training ausreichend Abwechslungen. Dazu gehört die Wahl der Schuhe, die Wahl der Strecke, Dauer und Intensität. Laufen Sie stets eintönig steigt die Gefahr sich zu verletzen nach einiger Zeit an, wohingegen eben genannte Abwechslungen unterschiedliche Reize und entsprechende Anpassungen bedeuten. Im Klartext:

      Schuhe: Verwenden Sie und wechseln Sie Ihre Schuhe nach Einsatzzweck! Z.B. Sehr leichte flexible Schuhe, sogenannte Barfußschuhe (ohne ihre Einlagen) für sehr kurze Distanzen (anfänglich ca. 3km), zum Technik- und Fußmuskeltraining. Davon profitiert ihre Technik (Mittelfuß) und die orthopädische Belastung ist geringer. Ihre anderen Schuhe Triumph 8 und Fortitude sind eher was für Fersenläufer, da sie eine hohe Sprengung haben, sowie kaum Torsion aufweisen. Besonders Sie als übergewichtiger Supinierer brauchen torsionsfähige Schuhe mit guter Dämpfung und niedriger Sprengung. Für längere Laufeinheiten, ab 5km, könnte ich Ihnen ebenfalls den Saucony Kinvara 4 empfehlen, da dieser neutral, gut gedämpft, torsionsfähig und für Mittelfußläufer geeignet ist. Der Brooks Pure Flow 2 wäre auch sehr gut geeignet, da er eine geringe Sprengung hat und gut torsionsfähig ist. Diese Artikel könnten da zusätzlich interessant sein. http://www.joggen.net/laufschuhe/barfussschuhe/, http://www.joggen.net/laufschuhe/sprengung/, http://www.joggen.net/laufschuhe/aufbau/torsion/

      Strecke: Am besten sind abwechselnde Trainingsstrecken, wobei Asphaltstrecken so kurz wie möglich sein sollten. wenn Sie nur auf dem Sportplatz laufen wollen wechseln sie nach der Hälfte der Strecke die Richtung, da ansonsten die Belastung des Bewegungsapparates ( durch die Kurven) nur sehr einseitig ist. Wald und Wiese ist auch von Vorteil, da die Böden „zumeist“ weicher sind und man die Schrittlänge und den Kniehub dem Terrain anpassen muss, was wiederum eine breite Palette von muskulären Anpassungen zur Folge hat, welche Verletzungen verhindern können. Und Spaß machts auch…;-)

      Dauer und Intensität: Verändern Sie bewusst und sinnvoll die Intensitäten des Laufs, wobei 80% stets moderat sein sollten. Die anderen 20% können ruhig sehr zügig gelaufen werden, was wiederum neue Muskelreize zur Folge hat und langfristig Verletzungen verhindern kann. Steigern Sie Ihre Intensitäten allerdings nur langsam, der Körper braucht Zeit sich anzupassen.

      Alternatives Fußmuskeltraining, bzw. Stabitraining und Mobilistion fder Sprunggelenke ist ein MUSS! Handtuchgreifen mit den Füßen, einbeiniges Zähneputzen (auch auf einem Kissen), Sprunggelenkkreisen auf dem Rücken liegend etc. stabilisieren und kräftigen die Füße. Je kräftiger die Füße desto weniger brauchen Sie Einlagen, welche auch negative Auswirkungen auf die Muskulatur Ihre Füße haben können. Siehe auch meine Meinung zu Einlagen: http://www.joggen.net/laufschuhe/fehlstellungen-und-fusstyp/einlagen/
      Im Sommer ist barfuss laufen auf Gras und Sand eine Wohltat für die Füße 😉

      Fazit: Selbst ein Minimalschuhe/ Barfußschuhe kann bei Ihnen sinnvoll sein, wenn Sie ihn für kurze Strecken verwenden. Brooks, Saucony, Vivobarefoot sind in diesem Segment gut aufgestellt. Laufen Sie mal mehr als 5km sind oben beschriebene Schuhe, oder Anforderungen an Ihre Bedürfnisse, zu beachten.

      Ich hoffe das konnte erst einmal ein wenig weiter helfen!!!

      Lg Sven Spanka

    • Hallo Herr Spanka,

      vielen herzlichen Dank für die sehr ausführliche Antwort. Damit haben Sie mir unheimlich weitergeholfen. Ich werde erst mal mit dem Brooks Pure Flow 2 beginnen, da er mir ein super neues Gefühl vermittelt hat. Auch Ihre Info zur Sprengung waren für mich absolut neu. Nochmals vielen Dank. Falls Sie Interesse haben, würde ich mich von Zeit zu Zeit mal melden, um von meinen Erfahrungen zu berichten.

      Mit freundlichen grüßen

    • Sehr gerne. Wir sind über jeden Erfahrungsbericht unserer Arbeit dankbar.

      Lg Sven Spanka

    • Hallo Herr Spanka,
      anbei mein erster Erfahrungsbericht.

      Zuerst einmal zu Ihrem wichtigsten Tipp für mich, nämlich die Tartanbahn auch in die andere Richtung zu laufen. Das habe ich gemacht und was soll ich sagen, ich laufe wesentlich runder. Ich habe mir die Bahn genauer angeschaut und festgestellt, dass da nach innen ganz schön Gefälle drin ist, damit das Regenwasser abläuft. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn es zu Fehlbelastungen kommt.

      Nun zum Brooks Pure Flow 2. Ich bin ihn jetzt dreimal hintereinander gelaufen, ohne einen anderen Schuh dazwischen zu tragen. Das erste Mal war ich 50 Minuten unterwegs, dann jeweils 1 Stunde. Ich hatte ein gutes Gefühl und keinerlei Schmerzen oder sonstige Probleme beim Laufen, so dass ich meine volle Laufzeit durchgezogen habe. Positiv ist erst einmal dieses unbeschreibliche Gefühl, fast keinen Schuh zu tragen. Insbesondere im Fersenbereich hatte ich das Gefühl, da sei nichts, was um den Fuß ist. Kommt mir als Vorfuß-/Mittelfußläufer absolut entgegen. Das Abrollgefühl ist sehr gut. Schneller war ich aber dadurch nicht unterwegs. Warum ich nicht in absolute Euphorie verfalle liegt daran, dass ich von der Dämpfung ein wenig enttäuscht war. Nun bin ich bei Temperaturen knapp über 0°C gelaufen und im Geschäft hat sich das alles noch viel weicher angefühlt, obwohl ich auch hier meine Einlagen eingelegt hatte.

      Beim Laufen könnte es aber schon etwas mehr Dämpfung sein. Bei einer Sohlenstärke von 17/21mm auch nicht weiter verwunderlich. Wo nichts ist, kann auch nichts dämpfen.
      Dann komme ich zur Sprengung von 4mm. Das war schon gewöhnungsbedürftig. Vorher bin ich 12mm gelaufen. Mit der Zeit gewöhnt man sich bestimmt daran, wobei ich fast dahin tendiere, dass 8mm besser geeignet wären.

      Wie bereits beschrieben hatte ich keinerlei Probleme mit den Gelenken und Muskulatur. Am nächsten Tag hatte ich nur geringfügig Muskelkater an Stellen, die ich bisher noch nicht kannte, z.B. im Fußgewölbe und an den Oberschenkelinnenseiten. Die Fußmuskulatur muss also mehr arbeiten, was zu erwarten war.

      Insgesamt kann ich jetzt schon festhalten, dass der Brooks Pure Flow 2 wohl nicht mein absoluter Lieblingsschuh (Erstschuh) werden wird. Dazu fehlt es ihm etwas an Dämpfung, jedenfalls für mich mit 100kg. Aber als Zweitschuh ist er ideal und gut aussehen tut er auch noch (ich habe ihn in orange).

      Zwischen den Jahren werde ich mich dann mal nach einem Erstschuh umsehen. Da werde ich den von Ihnen empfohlenen Saucony Kinvara 4 und noch den Saucony Triumph 10 sowie den Asics Gel Lyte 33 3 ausgiebig probieren. Die sind jetzt nach einiger Recherche in der engeren Wahl, weil sie mehr Dämpfung als der Brooks bieten und auch hoch flexibel sind.

      Lg

    • Guten Tag,

      ich hoffe Sie hatten ein paar erholsame Feiertage. Vielen lieben Dank für Ihren ersten Erfahrungsbericht!

      Schön, dass sie die erste Empfehlung mit der Tartanbahn angenommen und umgesetzt haben. Somit erfolgt die Laufbelastung nicht mehr nur einseitig. Was ich Ihnen jetzt noch empfehlen würde, ist die regelmäßige Durchführung von Lauf-ABC-Übungen nach der ersten Erwärmungsphase von 10-15 min Laufen. Diese sollten anfänglich die 5min nicht überschreiten, wegen der neuen Trainingsreize, aber auch hier immer mehr gesteigert werden (bis ca. 15min). Achten Sie darauf bei allen Übungen nicht auf der Fersen, sondern auf dem Ballen aufzukommen, da Sie Vorfußläufer sind und währenddessen auch die Fuß- und Wadenmuskulatur kräftigen wollen, bzw. sollten. Auch die willentliche Koordination Ihrer Bewegungen wird sich verbessern und somit Überlastungen minimiert.

      Was die Brooks betrifft fühlt sich die Umstellung auf eine niedrigere Dämpfung und Sprengung erst einmal ungewohnt hart an. Zudem kann die Dämpfung bei niedrigen Temperaturen etwas härter sein, sowohl bedingt durch den Schuh als auch durch die Tartanbahn. Besonders Sie als Vor-, bzw. Mittelfußläufer benötigen aber, zum ersten keine 12 oder 8mm Sprengung, weil die Füße dadurch nur verleitet werden mit den Fersen zuerst aufzukommen. Das macht Sie dann wieder zu einem Fersenfußläufer mit höherer orthopädischer Belastung in den Kniegelenken. Besser sind Sprengungswerte unter 6mm mit mittlerer Dämpfung im Vorfuß-, Mittelfußbereich des Schuhs.

      Der von Ihnen beschriebene Muskelkater spricht dafür, dass ihr Bewegungsapparat, bei Schuhen mit niedrigerer Sprengung etc., ganz anders gefordert wurde als bisher. Diese Muskelbereiche, Fussbett, Wade etc. sind durch die zu weichen, zu hohen Schuhe regelrecht „verkümmert“, was Instabilitäten des Sprunggelenks und somit Folgebelastungen der Knie, Becken, Wirbelsäule zur Folge haben kann.

      Tatsächlich würde ich Ihnen noch zu einem Erstschuh mit niedriger Sprengung raten, wie von Ihnen bereits beschrieben, allerdings geben Sie Ihrer Muskulatur Zeit sich anzupassen. Fangen Sie mit diesen Schuhen stets im Kleinen an, gerne auch häufiger, aber nie länger als 1h anfänglich. Zudem würde ich Ihnen einen reinen Barfußschuh für die Lauf-ABC-Übungen nahelegen, wie oben gesagt nur mit 5min beginnend. Ihre Muskulatur benötigt mehrere Wochen um sich anzupassen, die Sehnen sogar noch länger. Auch wenn Sie erstmal nicht schneller laufen, so laufen Sie doch gesunder, und DAS sollte die generelle Basis für das Laufen sein.

      Bei Fragen können Sie mich weiterhin immer kontaktieren.

      Mit freundlichen Grüßen

      Sven Spanka

    • Hallo Herr Spanka,

      Nun zu meinen Erlebnissen in den letzten Tagen. Am 23.12. war ich in einem großen Sportkaufhaus und habe mich nach Schuhen umgesehen und natürlich auch ein Paar gekauft. Zuerst hatte ich den Saucony Triumph 10 an. Die Flexibilität war ausreichend und die Dämpfung im Vorfußbereich ausgezeichnet, fast schon eine Spur zu schwammig. Das k.o.-Kriterium war aber die Fersenkappe, die überhaupt nicht mit meinen Einlagen funktioniert hat. Ich hätte damit keinen Meter laufen können. Dann kam der Asics Nimbus 15 an die Reihe. Ich kann absolut nicht verstehen, dass der Hersteller diesen Schuh als Breitbandanalgetikum für alle Läufertypen anpreist. So einen harten, steifen und unflexiblen Schuh hatte ich mit Ausnahme meines Fehlkaufs (Asics Fortitude 6) schon lange nicht mehr in den Händen als Unterpronierer. Beim Laufen wurde es auch nicht besser, also ausgeschieden. Dann versuchte ich es aus alter Liebe mit dem Brooks Dyad 7. Da merkte ich relativ schnell, dass ein gerader Leisten nicht mehr für mich geeignet ist. Die Dämpfung war o.k. – es hatte sich aber trotzdem mit dem Schuh erledigt.

      Nun blieben noch zwei meiner eigentlichen Favoriten übrig, der Saucony Kinvara 4 und der Asics Gel-Lyte 33-3. Sie lesen richtig, das Kaufhaus hatte den Lyte 33-3 schon im Verkauf. Beide Schuhe waren absolut top, was die Passform betrifft. Sie haben beide sogar noch meinen Brooks Pure Flow 2 ausgestochen. Im Kaufhaus war eine 20m Laufbahn mit Videoanalyse, die ich natürlich genutzt habe. Im Vergleich der beiden Schuhe, auch dass ich sogar links den einen und rechts den anderen Schuh probiert habe, komme ich zu meinem ganz persönlichen Ergebnis, dass der Lyte alles etwas besser konnte als der Kinvara. Die Passform war etwas besser, den Lyte habe ich überhaupt nicht gespürt. Die Dämpfung war etwas weicher, ohne schwammig zu sein. Von der Flexibilität waren sie in etwa gleich. Nun war ich gerade gedanklich dabei, den Lyte zu kaufen, da fiel mir ein, dass ich so einen Lightweight-Trainer-Schuh ja schon mit dem Brooks Pure Flow hatte und ich eigentlich einen etwas anders gearteten Schuh (zwar auch mit geringer Sprengung) als Gegenpol für mein Muskeltraining kaufen wollte. So fragte ich den Verkäufer, ob er mir noch etwas anderes empfehlen könnte mit geringer Sprengung, was vielleicht mehr Dämpfung aufweisen kann. Das war zwar ein Fehler, aber nun bin ich um eine Erfahrung reicher. Er zeigte mir den brandneuen Adidas Supernova Glide 6 mit der neuen Boost-Sohle. In der Videoanalyse war alles neutral und vom Laufgefühl war der Adidas natürlich viel softer als die beiden vorherigen Kandidaten. Also habe ich mir den Adidas gekauft ohne zu wissen, dass dieser Schuh eine Sprengung von 11mm hat, was mir der Verkäufer wohl aus Unwissenheit auch nicht gesagt hatte.

      Also bin ich am „Heiligmorgen“ mit den Adidas in das Stadion ohne die Sprengung zu kennen. Ich hätte vorher nie geglaubt, dass die Sprengung dem Läufer einen Laufstil dermaßen aufzwingen kann. Im Gegensatz zum Brooks Pure Flow bin ich gar nicht mit meinem normalen Lauftempo von 8-9 km/h in den Vorfußlauf gekommen, allemal Mittelfußlauf. Erst als ich zwischendrin mal ein paar Sprints eingelegt hatte, kam ich zum Vorfußlauf. Die Boost-Sohle ist schon was Besonderes. Nachdem ich letzte Woche den Adidas nochmals ausgiebig getestet habe, komme ich zu folgender Einschätzung. Diesen vom Hersteller angepriesenen Federungseffekt habe ich wenn überhaupt mit viel Wohlwollen nur bei höheren Laufgeschwindigkeiten von mehr als 20 km/h gespürt. Alles was unter 10 km/h ist, kostet dieser Schuh nur Körner. So fertig war ich in den letzten 10 Jahren nach meiner einstündigen Laufeinheit noch nie und ich fühle mich derzeit gesundheitlich absolut topfit. Das alles muss man natürlich unter dem Gesichtspunkt meines hohen Körpergewichts betrachten. Außerdem kann ich durch das Laufen mit den Brooks schon von der hohen Sprengung so entwöhnt sein, dass mich die Adidas so viel Kraft gekostet haben. Ergebnis: Adidas für mich ungeeignet wegen der kraftraubenden Dämpfung und wieder ins Kaufhaus gebracht. Jetzt wollte ich mir gleich den Asics Lyte mitnehmen. Doch über die Feiertage habe ich durch Zufall beim Spazierengehen in meinem Ort einen kleinen aber feinen Laufladen entdeckt, der doch tatsächlich neben Asics noch so exotische Marken wie New Balance, On und Newton führt. Die will ich mir auf jeden Fall ansehen. Der Laden macht aber erst am 03.01. wieder auf.

      Zum Schluss möchte ich noch etwas zur Sprengung sagen. Weil ich immer meine orthopädischen Einlagen eingesetzt habe bei dem vielen Schuhe Anprobieren, ist mir folgendes aufgefallen. Bei den herausnehmbaren Einlegesohlen der Hersteller gibt es Unterschiede wie Tag und Nacht. Einerseits gibt es dicke und dünne sowie weiche und harte Sohlen. Am liebsten sind mir die dünnen, harten Einlagen, weil der Schuh dann über die Mittelsohle gedämpft ist und nicht über die Einlagen, die ich sowieso austausche. Andererseits habe ich festgestellt, dass die Hersteller auch über diese Einlegesohle die Sprengung verändern. Das ist natürlich ein Problem für mich. Auf welche Angaben soll ich mich da verlassen? Jetzt habe ich auf englischen Seiten gesehen, dass die Engländer die Sprengung ohne Einlegesohle messen. Das ist für mich mit meinen eigenen Einlagen absolut besser. Damit haben aber sicherlich 80% der Normalfußläufer ohne orthopädische Einlagen ein Problem. Ich glaube, dass sich der deutsche Markt einfach an der Mehrheit orientiert. Aber darauf sollte man wenigstens hinweisen. Desweiteren habe ich bei meinen Proprio-Einlagen festgestellt, dass sie eine negative Sprengung aufweisen. Sie sind vorn 2-3mm höher als hinten. Somit würde ein Laufschuh mit 6-7mm Sprengung mit meinen Einlagen bei 4mm landen. Ich glaube von meinem Gefühl her, dass das für mich zur Zeit das Beste wäre, auch wenn Sie schreiben, ich könnte fast auf 0mm Sprengung gehen. Mit den Brooks wäre ich das ja dann.

      Das soll es vorerst gewesen sein. Ich werde natürlich weiter berichten, wenn es was Neues gibt.
      Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch in Neue Jahr

      Mit freundlichen Grüßen

    • Hallo Herr Spanka,

      wie bereits angekündigt war ich am Freitag im Laufshop bei mir gleich um die Ecke. Dabei handelt es sich um ein Spezialgeschäft für Laufsport. Nun dachte ich, der Verkäufer kennt sich aus. Da habe ich ihm klare Ansagen gemacht. Ich bin starker Unterpronierer, Vorfußläufer und suche einen Laufschuh mit einer Sprengung von 0 bis max. 6mm und flexibel soll der Schuh sein. Zuerst brachte der Verkäufer mir den New Balance 890 mit einer Sprengung von 8mm. Den Schuh konnte ich aber nicht anziehen mit meinem Hohlfuß, da er sehr flach baut. Mit Einlagen ging da überhaupt nichts.

      Als nächstes brachte er mir den New Balance 1080 v3 (Sprengung: 8mm). Diesen Schuh würde ich mal als das „Plüschsofa“ unter den Laufschuhen bezeichnen. Sowas weiches und softes habe ich noch nicht am Fuß gehabt. Ich bin dann raus auf die Straße, um eine Runde zu laufen. Die Passform war sehr gut, da drückte rein gar nichts. Die Dämpfung war auch hervorragend. Aber irgendwie kam ich nicht richtig in den Vorfußlauf. Mittlerweile habe ich schon ein gutes Gespür dafür entwickelt. Der 1080 ist aus meiner Sicht ideal für Neutralläufer, die über den Mittelfuß abrollen. Die richtige Freude kam bei mir nicht auf.

      Als dritten Schuh zeigte mir der Verkäufer den Aiscs Cumulus 14 mit 10mm Sprengung. Den habe ich nur mit der Hand auf Torsion und Flexibilität geprüft und ihn gleich wieder zurück gegeben mit dem Hinweis, dass ich was Flexibles suche. Der Cumulus kam mir fast genau so steif vor wie der Nimbus 15. Ich fragte den Verkäufer, ob er denn nicht auch Lightweight-Trainer im Angebot hätte. Da schaute er mich an, als wollte er sagen, was will dieser Schrank mit Ballerinas? Ich gestehe ihm zu, dass er selten einen Unterpronierer zu Gesicht bekommt, wenn es nur 5% unter den Läufern gibt. Und dann auch noch ein Schwergewicht. Aber vielleicht sollte sich die Verkäufergilde einmal nachschulen lassen, dass es sowas wie Sprengung gibt und Unterpronierer wirklich die flexibelsten Schuhe brauchen. Nicht jedem der über 90 kg wiegt, sollte man einen stocksteifen Stabilschuh verkaufen, nur damit der Schuh länger als ein Jahr hält.

      Als nächstes brachte er mir den On Cloudracer. Damit wollte er mir wohl sagen, dass sowas nichts für mich sei. Er hat auch recht gehabt, weil dieser Schuh viel zu flach gebaut war und ich gar nicht richtig rein kam. Dann hatte ich von seinen Fachkenntnissen genug und sagte ihm, er solle mir doch mal den schwarz-grünen Schuh da zeigen. Er brachte mir den On Cloudsurfer. Die Passform war o.k. wobei der Leisten noch etwas mehr hätte gebogen sein können. Also Einlagen rein und auf die Straße. Wow das war ein Erlebnis. Ich habe echt gedacht, da sind Federn unter meinen Füßen. So eine Dynamik hätte ich vom Adidas Boost erwartet, was aber nicht der Fall war. Aber beim Cloudsurfer war ich richtig von den Socken. Wie fühlt sich dieser Schuh erst an, wenn man nur 50 kg wiegt? Der Cloudsurfer war also ein heißer Kandidat für meine Ansprüche, flexibel war er auch noch und ein Vorfußlauf ebenfalls möglich. Ich war nur skeptisch, wie lange die Sohlennoppen bei meinem Gewicht halten würden ohne zu brechen.

      Da sah ich im Regal den Asics Gel Lyte 33-2. Also geben lassen und direkten Vergleich durchführen, links Cloudsurfer, rechts Lyte. Ich weiß nicht, wie andere Läufer Laufschuhe ausprobieren. Das habe ich früher auch nicht gemacht mit dem direkten Vergleich, aber es lohnt sich. Als ich von meiner Runde zurück kam war der Verkäufer überrascht von meiner Aussage, dass der Lyte weicher sei und mehr dämpft. Wie kann das sein? Der Cloudsurfer hat eine festere Mittelsohle und dämpft nach meiner Einschätzung zu 70% über diese Sohlennoppen. Mit meinen 100 kg trete ich aber die Noppen sofort breit, so dass sie nicht mehr viel dämpfen können, höchstens noch einen Federeffekt bieten. Der Lyte war nicht nur besser gedämpft, er hatte auch die bessere Passform.

      Erst vor 14 Tagen war ich in einem anderen Shop und habe den Lyte 33-3 getestet. Wo liegen die Unterschiede? Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, dann war der 33-3 etwas härter. Das Obermaterial vom 3-er Modell ist fast ein „Hauch von Nichts“ gegenüber dem 2-er Modell. Der 2-er sieht noch nach einem richtigen Laufschuh aus und das Obermaterial ist nach meiner Einschätzung wohl langlebiger. Somit stand meine Entscheidung fest. Der Lyte wird gekauft. Eigentlich hatte ich mit Asics schon abgeschlossen nach meinen letzten Erlebnissen, aber dieser Schuh ist echt eine Ausnahme.

      Heute Morgen ging es dann ins Stadion. Was soll ich sagen, ich habe meinen Traumschuh gefunden. Noch nie war eine Stunde so schnell rum. Der Lyte dämpft mein Gewicht unheimlich gut, nicht zu weich, auch nicht schwammig. Dagegen ist der Brooks Pure Flow richtig hart. Kraftraubend ist er auch nicht. Das Abrollverhalten ist sehr gut. Die Fersenkappe ist flexibel und die Sprengung von 6mm empfinde ich erst mal als sehr wohltuend. Ich kann voll über den Vorfuß laufen und habe danach keinen Muskelkater in den Waden.

      Jetzt bin ich mal gespannt, wie lange der Lyte hält. Mit dem Brooks als Zweitschuh bin ich nicht mehr so zufrieden, weil ich mir die Frage stelle, wie oft ich ihn neben dem Lyte noch laufen werde. Eigentlich wäre als Kontrastprogramm zum Lyte jetzt ein Schuh mit 0mm Sprengung aber noch ausreichender Dämpfung ideal. Ich habe da auch schon was ins Auge gefasst und werde weiter berichten.

    • Hallo,

      vielen lieben Dank für Ihren erneuten Erfahrungsbericht. Ich werde diese weiterhin in die Seite einflechten, um anderen übergewichtigen Supinierern Ihre Erfahrungen zugänglich zu machen. Danke dafür!

      Lg Sven Spanka

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