Pulsuhr ohne Brustgurt

Pulsmesser ohne Brustgurt 

Pulsuhr ohne Brustgurt

Pulsuhr ohne Brustgurt: Vorteile, Nachteile und weitere nützliche Informationen für Läufer zum Thema Joggen mit Pulsuhr ohne Brustgurt.

Pulsmesser ohne Brustgurt

Die Messung und Kontrolle der Herzfrequenz ist eine der effektivsten Methoden sich im Laufsport vor Überlastung und Überanstrengung zu schützen. Moderne Pulsuhren können mittels verschiedener Messmethoden zur Herzfrequenzbestimmung Aufschlüsse über den gesundheitlichen Zustand und den aktuellen Leistungsstand des Trägers ableiten. Dazu benötigt aber jede Pulsuhr einen Sensor, der die Herzfrequenz an bestimmten sensiblen Stellen misst (Herz, Handgelenk oder Finger) und an den Empfänger, in den meisten Fällen die Pulsuhr selbst, sendet. Derzeit existieren 4 Arten den Puls zu erfassen, wovon 3 ohne Brustgurt auskommen.

  1. Die gängigste Methode zur permanenten Herzfrequenzmessung: Pulsuhr und Brustgurt.
  2. Die neueste (aber noch nicht ausgereifte) Methode zur permanenten Herzfrequenzmessung ohne Brustgurt: Pulsuhr welche den Puls mittels optisch-elektrischen Verfahrens misst. Dazu befinden sich zwei LED-Leuchten auf der Rückseite der Uhr, welche die Adern unter der Haut durchleuchten und somit den Puls bestimmen sollen.
  3. Die Methode zur gelegentlichen Herzfrequenzmessung ohne Brustgurt: Die Pulsuhr funktioniert über einen so genannten Fingersensor am Uhrengehäuse.
  4. Die vierte Methode ist eine Weiterentwicklung der Fingersensor-Technik zur permanenten Herzfrequenznahme.

Betrachtet man den Markt für Pulsuhren, so bieten alle großen Hersteller ihre Pulsuhr-Modelle ausschließlich mit Brustgurt an. Die Funktionen der meisten Pulsuhren sind darauf ausgerichtet einen möglichst EKG-genauen und dauerhaft gemessenen Puls zu erhalten, um diesen zu verarbeiten und entsprechende Trainings-, bzw. Gesundheitsempfehlungen geben zu können. In diesem Zusammenhang stellt die Variante mit Brustgurt die optimalste Lösung dar. Trotzdem haben Pulsuhren ohne Brustgurt für bestimmte Zwecke ihre Berechtigung. Sie können für diejenigen Läufer eine zwar weniger genaue bzw. nur punktuelle, aber noch akzeptable Alternative sein, die das Anlegen und Tragen des Brustgurtes als lästig oder unangenehm empfinden. Gleiches gilt für Freizeit-Läufer denen es lediglich genügt, ab und an die ungefähre Herzfrequenz zu überprüfen oder bei eingeschränktem Budget.

Nachteile eines Brustgurtes

Auch wenn der Brustgurt in Kombination mit der Pulsuhr die effektivste Methode darstellt den Puls zu messen, kann er für manche Läufer einige Nachteile mit sich bringen. Das Anlegen und Tragen des Gurtes wird mitunter schlichtweg als lästig empfunden. Zudem kommt es bei falschem Sitz vor,  dass er verrutscht oder durch Scheuern bei längeren oder intensiveren Läufen gar Wunden auf der Haut verursacht. Sitzt der Brustgurt zu eng, kann er drücken und etwas die Atmung behindern. Des weiteren besteht bei mehreren Läufern mit der gleichen Sender-Empfänger-Einheit die Gefahr, das die Signale sich überschneiden und verfälschte Daten auf der Pulsuhr angezeigt werden.

Besonders wichtig aber ist: Grundsätzlich besteht bei Brustgurten immer die Gefahr von Hautinfektionen, verursacht durch Mykosen (Pilze). Werden die Brustgurte nicht regelmäßig gereinigt und desinfiziert, bietet das Material in Kombination mit Wärme und Schweiß den perfekten Nährboden für Erreger. Läuft man regelmäßig 2-3 mal pro Woche ist es empfehlenswert, den Brustgurt wöchentlich, als Handwäsche, zu reinigen, immer gut trocknen zu lassen und in regelmäßigen Abständen mit Desinfektionsmittel zu behandeln (z.B. mit >70% Alkohol aus der Drogerie einsprühen).

Vorteile des Brustgurtes

Die Pulsmessung mit einem Brustsensor liefert sehr genaue Messdaten, weswegen ihn auch die meisten namenhaften Pulsuhr-Herstellern verwenden. Der Sensor misst die Frequenz direkt am Herzen. Dadurch sind in Kombination mit der richtigen Sensorentechnik annäherd EKG genaue Messwerte möglich. Durch das herznahe Messverfahren ist es für einige POLAR-Geräte technisch möglich geworden die Herzfrequenzvariabilität (HFV) zu ermitteln. Bei der HFV werden die Zeitabstände zwischen den Herzschlägen analysiert und Empfehlungen bezüglich der Durchführung und Intensität des Trainings gegeben. Da die Sendeeinheit auch über eine eigene Batterie verfügt, die im übrigen sehr lange hält, können die Daten sehr zuverlässig und vor allem fortlaufend während des Joggens übermittelt werden. Viele weitere wichtige Funktionen moderner Pulsuhren bauen auf dem Prinzip der permanenten Herzfrequenzmessung auf. Trainingsbelastungen werden dadurch sehr genau erfasst, dokumentiert und in Trainingsvorschläge umgesetzt. Wird der Brustgurt regelmäßig genutzt, ist es sinnvoll ihn entsprechend oft zu reinigen. Das Gute ist, dass das Material des Brustgurtes sehr robust ist und sich ohne Probleme, selbst in der Waschmaschine, reinigen lässt. 

Funktionsweisen von Pulsuhren ohne Brustgurt

Wer vor dem Kauf einer Pulsuhr steht, sollte sich gut über die derzeitigen drei unterschiedlichen Funktions-Alternativen auf dem Markt für Modelle ohne Brustgurt informieren. Dabei ist zu beachten, ob die vorgesehene Funktionsweise und Anwendung dem Läufer gelegen ist und zu der Laufart passt (normales Joggen, Geländelauf, Höhenlauf etc.).

1. Fingersensor

Beim ersten Prinzip wird der Puls durch direktes Auflegen des Fingers auf den Sensor gemessen, allerdings nur zum Zeitpunkt der Messung. Die Firma Beurer, einer der Vorreiter in Sachen Pulsmessung mittels Fingersensor, bietet derzeit die komplexesten Modelle am Markt zur Fingersensormessung an (Beurer PM 15, PM 16 und PM 18).

Andere günstige Pulsuhr-Hersteller, wie die Firmen Ultrasport und Sanitas sind dieser Funktionsweise gefolgt und brachten eigene Modelle auf den Markt. Diese Messmethode gilt zwar, sobald der Finger am Sensor ist, als genau, ist aber durch das unregelmäßige Messen nur als Momentaufnahme zu sehen. Komplexere Ableitungen über den Gesundheits- und Leistungszustand sind mit dieser Messtechnik nicht zu erwarten.

2. Fingersensor mit optischer Messung

Das zweite Prinzip, ebenfalls von der Firma Beura, wagt einen weiteren Vorstoß bei der Fingersensor-Technik. Ihre Pulsuhr Beurer PM 110 ermöglicht eine permanente Pulsmessung ohne Brustgurt. Die Messung erfolgt bei diesem Gerät über einen optischen Sensor, der den Pulsschlag direkt vom Finger abnimmt. Die Pulsuhr wird mit einem Handschuh kombiniert und kann bequem vom Handrücken aus abgelesen werden. Auch die Reinigung des Handschuhs soll einfach und unkompliziert erfolgen.

3. Handgelenkmessung (optisch-elektrisch)

Die dritte Pulsuhr-Variante ohne Brustgurt kommt vom Sportuhr-Hersteller Mio Alpha. Bei ihrer Pulsuhr wird die Herzfrequenz direkt am Handgelenk durch ein optisch-elektrisches Verfahren gemessen. Zwei LED-Leuchten auf der Rückseite der Uhr sollen die Adern unter der Haut durchleuchten, und die Veränderungen der Durchsichtigkeit der Adern, die mit jedem Herzschlag geschieht, feststellen. Die Uhr misst dabei die Veränderungen und leitet entsprechend die aktuelle Herzfrequenz ab. 




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